Ich sitze mit Lina auf einer Bank auf dem Schulhof, und Lina erzählt mir von ganz vielen Dingen. Zuhören heißt es für mich.
„Mensch, Miga hört sich mal wieder Linas Monologe an und hat nichts zu erzählen“, sagt Vera von der Seite. Zwei andere Mädchen lachen.
Lina ballt die Fäuste, und ich bin still. Worte, die hätten kommen sollen, gehen mir nicht über die Lippen. Vera zieht weiter, und Lina umarmt mich. Mein Kopf sinkt nach unten.
„Die unangenehme Situation tut mir leid. Ich bin mega froh, dass du ein offenes Ohr für mich hast.“
Ich hebe meinen Kopf leicht an und nehme Vera ins Visier. Meine Arme und Hände zittern, als ich auf sie zugehe.
„Vera“, sage ich. Sie dreht sich mit aufgerissenen Augen und offenem Mund zu mir.
„Kommentiere in Gegenwart anderer nicht Linas und meine Kommunikation.“ Vera verstummt. Wärme durchströmt meinen Körper. „Tut mir Leid“, sagt sie und tritt einen Schritt zurück. „Ich gehe mir etwas zu trinken holen“, folgt und mit großen Schritten verschwindet Vera ins Schulgebäude.
„Miga! Das war mega!“ ruft Lina und springt mir um den Hals.